
Peeling: Arten, Anwendung und worauf du achten solltest
Peeling bezeichnet das Abtragen abgestorbener Hautzellen von der Hautoberfläche. Der natürliche Erneuerungszyklus der Haut dauert etwa 28 Tage — mit zunehmendem Alter verlangsamt er sich. Peelings können diesen Prozess unterstützen und so das Hautbild verfeinern. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Peeling-Methoden, und nicht jede eignet sich für jede Haut.
Mechanisches vs. chemisches Peeling
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Peeling-Ansätze:
Mechanisches Peeling
Verwendet physische Partikel oder Reibung, um die oberste Hautschicht abzutragen — z. B. Peeling-Cremes mit Körnchen (Zucker, Salz, Mikrokristalle), Peelingpads oder Konjac-Schwämme. Der Vorteil: sofort spürbar glattes Hautgefühl. Der Nachteil: ungleichmäßige Abrasion und Risiko für Mikroverletzungen bei zu starkem Druck oder groben Partikeln.
Für das Gesicht sind feinkörnige Peelings mit runden (nicht scharfkantigen) Partikeln besser geeignet. Nussschalen-Peelings oder grobes Salz können Mikrorisse verursachen und die Haut reizen.
Chemisches Peeling
Verwendet Säuren oder Enzyme, die die Bindungen zwischen toten Hautzellen lösen, sodass diese sich ablösen. Das Ergebnis ist gleichmäßiger als bei mechanischen Peelings. Ausführlich: Chemisches Peeling — Säuren, Konzentrationen und Anwendung
Die wichtigsten Säurekategorien:
- AHA (Alpha-Hydroxysäuren): Glykolsäure, Milchsäure, Mandelsäure. Wasserlöslich, wirken an der Hautoberfläche. Gut für trockene Haut, Pigmentflecken und feine Linien
- BHA (Beta-Hydroxysäure = Salicylsäure): Fettlöslich, kann daher in die Poren eindringen. Ideal für fettige, zu Unreinheiten neigende Haut und Mitesser. Mehr über Mitesser entfernen
- PHA (Poly-Hydroxysäuren): Gluconolacton, Lactobionsäure. Größere Molekülstruktur = langsamere Penetration = sanfter. Geeignet für empfindliche Haut
- Enzyme: Aus Papaya (Papain) oder Ananas (Bromelain). Sehr mild, zersetzen abgestorbene Hautzellen enzymatisch. Gut für empfindliche Haut als Einstieg
TCA-Peeling
Trichloressigsäure-Peelings gehören zu den mitteltiefen bis tiefen Peelings und sollten nur von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden. Sie können bei Aknenarben, tiefen Falten und stärkeren Pigmentflecken eingesetzt werden. Mehr dazu: TCA-Peeling
Wie oft peelen?
Die Häufigkeit hängt vom Peeling-Typ und der Hautverträglichkeit ab:
- Mechanisches Peeling: 1–2x pro Woche. Bei empfindlicher Haut maximal 1x
- AHA/BHA in niedriger Konzentration (z. B. im Toner): Kann bei guter Verträglichkeit täglich verwendet werden. Mehr über Toner
- AHA/BHA Peeling-Treatments (höhere Konzentrationen): 1–3x pro Woche, je nach Konzentration und Einwirkzeit
- Professionelle Peelings: Je nach Tiefe alle 2–6 Wochen, nur unter Anleitung
Häufige Fehler
- Zu häufig peelen: Überexfoliation zerstört die Hautbarriere. Anzeichen: Rötung, Brennen, erhöhte Empfindlichkeit, wachsartiges Aussehen
- Chemisches + mechanisches Peeling kombinieren: In derselben Routine ist das meist zu viel. Besser alternieren
- Sonnenschutz vergessen: Nach dem Peeling ist die Haut lichtempfindlicher. SPF 30+ ist Pflicht
- Zu hohe Konzentration zu schnell: Besonders bei Säuren: niedrig anfangen und langsam steigern
Hinweis: Professionelle (tiefe) Peelings sollten nur von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.



