Carbomer | Poly(acrylsäure)
Carbomer
Carbomere sind synthetische Polymere der Acrylsäure, die als hochmolekulare, vernetzte Strukturen vorliegen. In der kosmetischen Formulierungstechnik werden sie primär als Gelbildner, Viskositätsregler und Stabilisatoren für Emulsionen eingesetzt.
Carbomere sind hydrophile, in Wasser quellbare Pulver. Sie bilden nach Neutralisation mit Basen (z. B. Triethanolamin oder Natriumhydroxid) klare, viskose Gele. Die Viskosität ist stark pH-abhängig und erreicht ihr Maximum typischerweise im Bereich zwischen pH 6 und 7. Sie sind elektrolytempfindlich, da ionische Substanzen das Netzwerk destabilisieren können. Die Polymere bilden keinen okklusiven Film auf der Hautoberfläche.
Die primäre Funktion von Carbomeren ist die Viskositätserhöhung in wässrigen Systemen sowie die Stabilisierung von Öl-in-Wasser-Emulsionen. Aufgrund ihrer hohen Quellfähigkeit bei Neutralisation (pH-Wert-Einstellung) wirken sie als Rheologiemodifikatoren. Sie bilden ein dreidimensionales Netzwerk, das die Stabilität von Suspensionen und Emulsionen gegenüber Phasentrennung erhöht.
Der Forschungsstand zu Carbomeren ist als sehr gut zu bewerten; die Substanzklasse ist seit Jahrzehnten etabliert und umfangreich toxikologisch evaluiert. Das Cosmetic Ingredient Review (CIR) Expert Panel hat die Sicherheit von Carbomeren in kosmetischen Formulierungen umfassend bewertet und als sicher für die topische Anwendung unter den üblichen Einsatzkonzentrationen eingestuft. Studien belegen eine geringe dermale Resorption aufgrund des hohen Molekulargewichts. Relevante Informationen finden sich in der CIR-Monographie: 'Final Report on the Safety Assessment of Carbomers'. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11394149/). In-vitro-Daten bestätigen zudem die gute Hautverträglichkeit und das geringe Potenzial für dermale Irritationen oder Sensibilisierungen bei korrekter Neutralisation.

