Gluconolacton | D-Glucono-1,5-lacton
Gluconolactone
Gluconolacton ist ein Polyhydroxycarbonsäure-Derivat mit milder keratolytischer und humektanter Wirkung und guter Verträglichkeit in Hautpflegeformulierungen.
• Sanftes chemisches Peeling (PHA) zur Unterstützung der natürlichen Hauterneuerung
• Hydratisierende Wirkung durch die Bindung von Wassermolekülen in der Epidermis
• Besonders hohe Hautverträglichkeit, da die Molekülgröße eine langsame und oberflächliche Penetration bewirkt
• Besitzt antioxidative Eigenschaften zum Schutz der Haut vor oxidativem Stress
• Unterstützt die Stabilisierung des pH-Wertes in kosmetischen Formulierungen
• Natürlicherweise im menschlichen Stoffwechsel vorkommende Substanz
Als Polyhydroxysäure kann Gluconolacton die Korneodesmosomen-abhängige Kohäsion in der Hornschicht mild reduzieren und dadurch eine sanfte Desquamation fördern. Aufgrund mehrerer Hydroxylgruppen wirkt es zudem humektant und kann die Hydratation der Stratum corneum erhöhen. Im Vergleich zu klassischen Alpha-Hydroxysäuren wird eine langsamere Penetration und damit ein geringeres Risiko für brennende Reizempfindungen und Erythem beschrieben; dies ist insbesondere für empfindliche Hautzustände relevant, ohne dass eine Reizfreiheit garantiert ist.
In kosmetischen Leave-on- und Rinse-off-Produkten wird Gluconolacton als mildes chemisches Peeling (PHA) zur Verbesserung von Rauigkeit, ungleichmäßiger Textur und feinen, photoalterungsassoziierten Oberflächenveränderungen eingesetzt. Zusätzlich kann es als Feuchthaltemittel dienen. Aufgrund chelatierender Eigenschaften kann es in Formulierungen zur Bindung von Metallionen und damit zur Stabilisierung oxidationsempfindlicher Systeme beitragen; die konkrete Funktion hängt von pH, Konzentration und Gesamtformulierung ab.
Gluconolacton ist das intramolekulare Ester (Lacton) der Gluconsäure und gehört zu den Polyhydroxysäuren. PHAs besitzen im Vergleich zu vielen AHAs eine höhere Hydrophilie, was mit geringerer Permeation durch die Hornschicht und tendenziell besserer Verträglichkeit in Verbindung gebracht wird. Klinische Daten deuten darauf hin, dass PHA-haltige topische Anwendungen Zeichen der Photoalterung (z. B. Rauigkeit, Dyschromie, feine Linien) verbessern können. In einer randomisierten Vergleichsstudie zeigte eine PHA-Formulierung eine vergleichbare Wirksamkeit wie Glycolsäure bei geringerer Irritation.
Die Datenlage zu Gluconolacton ist überschaubar. In einer 12-wöchigen klinischen Vergleichsstudie, verfasst von Mitarbeitern eines Herstellers, zeigten Pflegeprodukte mit Gluconolacton weitgehend vergleichbare Anti-Aging-Effekte wie ein Glycolsäure-Regime und wurden mit weniger Brennen und Stechen vertragen – PMID: 15002657 (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15002657/). In einer Halbseitenuntersuchung mit 16 gesunden Frauen stieg die Hautfeuchtigkeit nach Anwendung von 10%iger und 30%iger Gluconolacton-Lösung signifikant an, ohne Unterschied zwischen den Konzentrationen – PMID: 33769633 (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33769633/). In einem Zellmodell schützte Gluconolacton teilweise vor UV-bedingten Veränderungen; an menschlicher Haut erhöhte es die Zahl der Sonnenbrandzellen nicht – PMID: 14756648 (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14756648/).