Glycerin | Propan-1,2,3-triol
Glycerin
Mehrwertiger Alkohol (Humectant), der Wasser in der Hornschicht bindet und die Barrierefunktion sowie Hauttrockenheit nachweislich verbessern kann.
- Effektives Feuchthaltemittel (Humectant), das Wasser in der Hornschicht bindet.
- Unterstützt die Barrierefunktion der Haut und schützt vor transepidermalem Wasserverlust.
- Natürlicher Bestandteil des hauteigenen Feuchtigkeitssystems (Natural Moisturizing Factor).
- Fördert die Elastizität der Haut und verbessert das Erscheinungsbild bei Trockenheit.
- Dient in Formulierungen zur Stabilisierung und bewahrt Produkte vor dem Austrocknen.
- Zeichnet sich durch eine sehr hohe Hautverträglichkeit bei allen Hauttypen aus.
Glycerin erhöht die Wasserbindungskapazität der Hornschicht durch humektante Effekte und beeinflusst die biomechanischen Eigenschaften der Korneozyten, was sich klinisch in verbesserter Rauigkeit und Elastizität der obersten Hautschichten äußern kann. Experimentelle Daten sprechen dafür, dass Glycerin nicht nur okklusiv bedingte Hydratation vermittelt, sondern auch die Barrierehomöostase unterstützt, u. a. über die Regulation der epidermalen Differenzierung und die Normalisierung von Desquamationsprozessen. In Studien an trockener Haut wurde eine Zunahme der Stratum-corneum-Hydratation und eine Abnahme xerotischer Zeichen beschrieben; Effekte auf den transepidermalen Wasserverlust sind je nach Formulierung und Messbedingungen variabel, können aber bei geschädigter Barriere reduziert sein.
Glycerin wird in kosmetischen Formulierungen vor allem als Feuchthaltemittel (Humectant) eingesetzt, häufig in Emulsionen, Lotionen, Cremes, Reinigungsprodukten und hydroalkoholischen Systemen. Es dient der Erhöhung der Wasseraktivität in der Formulierung, verbessert die sensorische Geschmeidigkeit und kann die Stabilität bestimmter Systeme beeinflussen. In Barrierepflege- und Xerosis-Produkten wird es oft mit Okklusiva und/oder weiteren Humectants kombiniert, um Hydratation und Hautkomfort zu verbessern; die Wirksamkeit hängt dabei von Konzentration, Trägersystem, Okklusion und Anwendungsdauer ab.
Glycerin (1,2,3-Propantriol) ist ein dreiwertiger Alkohol und natürlicher Metabolit, der auch in der Epidermis vorkommt. In der Hornschicht trägt es zur Wasserbindung bei und beeinflusst die Plastizität des Korneozytenverbands. Mechanistisch wird die Hydratationswirkung durch hygroskopische Eigenschaften erklärt; darüber hinaus deuten präklinische und klinische Daten auf eine funktionelle Rolle in der Barrierehomöostase hin, einschließlich Effekten auf Enzymaktivitäten der Desquamation, Lipidorganisation und epidermale Differenzierung. Klinische Studien zeigen, dass glycerinhaltige Zubereitungen die Stratum-corneum-Hydratation und klinische Trockenheitsparameter verbessern können; die Größe des Effekts ist abhängig von Ausgangstrockenheit, Messmethode, Vehikel und Begleitlipiden/Okklusiva.
Die Evidenzbasis umfasst randomisierte kontrollierte Studien zu Feuchthaltemitteln sowie Übersichtsarbeiten zur Stratum-corneum-Hydratation und Barrierefunktion. Für Glycerin liegen sowohl klinische Untersuchungen zur Verbesserung von Xerosis/rauem Hautbild als auch mechanistische Arbeiten (einschließlich Modellen mit veränderter epidermaler Glycerinverfügbarkeit) vor, die eine Rolle in der Barrierehomöostase nahelegen. Insgesamt ist die Datenlage für einen hydratisierenden Effekt robust, während Effekte auf TEWL und spezifische molekulare Endpunkte stärker von Modell, Formulierung und Studiendesign abhängen. Für kosmetische Anwendungen wird Glycerin in der dermatologischen Literatur überwiegend als gut verträglich beschrieben.

