Mikrokristallines Wachs | Gemisch aus gesättigten verzweigten Kohlenwasserstoffen (Isoparaffine), naphthenischen Kohlenwasserstoffen und n-Alkanen (CnH2n+2, n ≥ 20)
Microcrystalline Wax
Mikrokristallines Wachs ist ein raffiniertes Mineralwachs, das aus Erdöl gewonnen wird. Es besteht im Gegensatz zum Paraffinwachs aus kleineren, feineren Kristallen und weist eine höhere Viskosität sowie eine stärkere Haftfähigkeit auf. Es dient in der Kosmetik primär als Konsistenzgeber und Okklusivmittel.
Mikrokristallines Wachs zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität und Haftfähigkeit aus. Es ist wasserabweisend, lipophil und in Wasser unlöslich. Die Substanz zeigt eine hohe thermische Stabilität und bildet bei Applikation einen kohäsiven, nicht-klebrigen Schutzfilm auf der Hautoberfläche. Der Schmelzpunkt liegt typischerweise im Bereich zwischen 60 °C und 90 °C.
Die primäre Funktion ist die eines okklusiven Filmbildners, der den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) reduziert. Zudem fungiert der Stoff als Viskositätsregler in Emulsionen und dient als Bindemittel in Stiftformulierungen, um die mechanische Stabilität und Textur zu optimieren.
Der Forschungsstand zu mikrokristallinem Wachs ist als etabliert zu betrachten, da es sich um eine seit Jahrzehnten in der Dermatologie und Kosmetik verwendete Substanz handelt. Das Sicherheitsprofil wurde wiederholt durch das Cosmetic Ingredient Review (CIR) Expert Panel bewertet. Studien bestätigen die Inertheit und das geringe allergene Potenzial der hochraffinierten Kohlenwasserstoffmischungen. Ein systematischer Review des CIR Expert Panel (2005) zur Sicherheit von Mineralwachsen stuft diese als sicher für die Verwendung in kosmetischen Produkten ein, sofern der Reinheitsgrad den pharmazeutischen Standards entspricht. Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16522336/. Es liegen keine Hinweise auf eine dermale Absorption aufgrund des hohen Molekulargewichts der enthaltenen Kohlenwasserstoffe vor. Weitere aktuelle Studien fokussieren sich primär auf die Bewertung der Reinheit hinsichtlich polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) in industriellen Prozessen.

