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Artikel: Schuppenflechte (Psoriasis): Was du über die chronische Hauterkrankung wissen solltest

Schuppenflechte (Psoriasis): Was du über die chronische Hauterkrankung wissen solltest

Schuppenflechte (Psoriasis): Was du über die chronische Hauterkrankung wissen solltest

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, die etwa 2–3 % der Bevölkerung in Deutschland betrifft. Sie entsteht durch eine Fehlregulation des Immunsystems, bei der sich die Hautzellen deutlich schneller teilen als normal — in etwa 3–4 Tagen statt der üblichen 28 Tage. Das Ergebnis sind die typischen scharf begrenzten, geröteten Hautareale mit silbrig-weißen Schuppen.

Ursachen und Auslöser

Die genaue Ursache der Psoriasis ist nicht vollständig geklärt, aber es handelt sich um ein Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren:

  • Genetik: Psoriasis hat eine starke erbliche Komponente. Sind beide Eltern betroffen, liegt das Risiko für Kinder bei etwa 30–50 %. Bestimmte Gene (vor allem HLA-Cw6) sind mit einem erhöhten Risiko assoziiert
  • Immunsystem: Bei Psoriasis sind vor allem T-Zellen überaktiv. Sie setzen entzündungsfördernde Botenstoffe frei (TNF-α, IL-17, IL-23), die die beschleunigte Hautzellproduktion antreiben
  • Trigger: Infektionen (besonders Streptokokken), Stress, Hautverletzungen (Köbner-Phänomen), bestimmte Medikamente (Betablocker, Lithium, Malariamittel), Alkohol und Rauchen können Schübe auslösen oder verschlimmern

Symptome

Das Erscheinungsbild variiert je nach Form und Schweregrad:

  • Scharf begrenzte, rote, erhabene Hautstellen (Plaques) mit silbrig-weißen Schuppen
  • Häufig betroffen: Ellenbogen, Knie, Kopfhaut, unterer Rücken, Nägel
  • Juckreiz (bei vielen, aber nicht allen Betroffenen)
  • Nagelveränderungen: Tüpfelnägel, Ölflecken, Krümelnägel (bei bis zu 50 % der Betroffenen)
  • Bei ca. 20–30 % der Betroffenen kann sich eine Psoriasis-Arthritis entwickeln, die Gelenke betrifft

Schuppenflechte im Gesicht

Das Gesicht ist eine besonders empfindliche Region. Psoriasis im Gesicht betrifft häufig die Stirn, den Haaransatz, die Augenbrauen und den Bereich um die Nase. Die Behandlung erfordert milde Präparate, da die Gesichtshaut dünner ist als an Körperstellen wie Ellenbogen oder Knien. Ausführlich: Schuppenflechte im Gesicht — Pflege und Behandlung

Schuppenflechte an den Augen

Psoriasis kann auch die Augenlider und den Bereich um die Augen betreffen. Diese Region ist besonders empfindlich und erfordert ärztliche Betreuung, da starke Wirkstoffe hier Schäden verursachen können. Mehr dazu: Schuppenflechte an den Augen | Schuppenflechte am Augenlid

Behandlung

Psoriasis ist derzeit nicht heilbar, aber gut behandelbar. Das Ziel ist, Symptome zu kontrollieren, Schübe zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. Ausführlicher Artikel: Schuppenflechte Behandlung

Topische Therapie (Cremes und Salben)

  • Kortikosteroide: Wirken entzündungshemmend und sind der Standard für leichte bis mittelschwere Psoriasis. Nicht langfristig an dünnen Hautstellen (Gesicht, Achseln) anwenden — Risiko für Hautatrophie
  • Vitamin-D-Analoga (z.B. Calcipotriol): Verlangsamen die Hautzellproduktion. Oft in Kombination mit Kortikosteroiden eingesetzt
  • Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus): Entzündungshemmend, besonders geeignet für empfindliche Stellen wie Gesicht und Achseln
  • Dithranol: Klassischer Wirkstoff, der die Zellteilung hemmt — wirksam, aber färbt Haut und Kleidung

Lichttherapie (Phototherapie)

UVB-Schmalband-Therapie ist eine der effektivsten Behandlungen für mittelschwere bis schwere Psoriasis. Sie wird in der Regel 2–3x pro Woche in einer dermatologischen Praxis durchgeführt.

Systemische Therapie

Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis, die auf topische Behandlung nicht ausreichend anspricht, kommen systemische Medikamente zum Einsatz — darunter Methotrexat, Ciclosporin, Acitretin und neuere Biologika (TNF-α-Inhibitoren, IL-17-Inhibitoren, IL-23-Inhibitoren). Diese werden von einem Dermatologen verordnet und erfordern regelmäßige Kontrollen.

Hautpflege

Unabhängig von der medizinischen Behandlung profitieren die meisten Betroffenen von einer rückfettenden Basispflege mit Harnstoff (Urea, 5–10 %) oder Ceramiden, um die gestörte Hautbarriere zu unterstützen und Juckreiz zu lindern.

Schuppenflechte vs. Neurodermitis

Beide Erkrankungen zeigen sich durch gerötete, schuppige Haut — werden aber oft verwechselt. Psoriasis zeigt typischerweise scharf begrenzte, silbrig-weiß geschuppte Plaques, während Neurodermitis (atopische Dermatitis) eher diffuse, juckende Ekzeme zeigt und häufig in den Gelenkbeugen auftritt. Ausführlich: Neurodermitis oder Schuppenflechte — wie unterscheidet man sie?

Hinweis: Schuppenflechte ist eine chronische Erkrankung, die ärztlich begleitet werden sollte. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

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